Q AND As ‘FÜR PERLENSCHWESTER‘

1. Wie ähnelt CeCe, die vierte Schwester, ihren mythologischen Pendant?
Wie CeCe selber zugibt, ist ‚Celaeno’ die am wenigsten dokumentierte unter allen den sieben Schwestern in der Mythologie. Also nahm ich die Knochen der Legende, und schickte sie nach Australien um ihr eigenes Schicksal zu schaffen. Ironischerweise ist Australien nicht nur das Land der neuen Möglichkeiten, aber auch das Zentrum der sieben Schwestern Legenden; die Mädchen werden von der Kultur der Aborigines verehrt.

2. CeCe ist in vielfacher weise das genaue Gegenteil zu ihrer Schwester Star. Wie haben Sie ihre Stimme gefunden?

Am Anfang war CeCe auf jeden Fall die Schwester die mich am meisten nervös machte. Ich hatte Angst, das meine Leser schon einen negativen Eindruck von ihr hatten, lang bevor sie überhaupt ‚Die Perlenschwester’ lesen würden. In ‚Die Schattenschwester’, scheint sie sehr kontrollierend und brüsk zu sein, und wir sehen den Zusammenbruch ihrer Beziehung mit Star, aber nur von Stars Perspektive. Wie CeCe selber betont, jede Geschichte hat zwei Seiten, und ‚Die Perlenschwester’ ist ihre.

Als ich CeCes Geschichte schrieb, war es fast wie eine Offenbarung: sie ist so eigenartig, und hat so eine interessante Lebensperspektive. Sie meint immer, dass sie ein ‚Dummkopf’ ist, aber das ist nur wegen ihrer Legasthenie. CeCe ist eigentlich richtig schlau, witzig, begabt, und vor allem ist sie sehr, sehr, echt. Wenn wir sie erstmals treffen, fühlt sie sich sehr verletzlich und voller Selbstzweifel; ich glaube ich habe noch nie eine Figur mehr beschützen wollen als CeCe.

3. Was zog Sie nach Australien?
Genau wie CeCe, war es für mich der einzige Ort den ich noch nie zuvor besucht hatte – vielleicht aus den gleichen Grund wie sie: ich hasse Spinnen! Als ich aber ankam, war ich total fasziniert von der Landschaft, besonders das ‚Never Never’ um Alice Springs, und die Geschichte und die Menschen Australiens. In ‚Die Perlenschwester’ konnte ich nur über einen klitzekleinen Teil dieses riesigen und unglaublich Kontinents schreiben. Es gibt so viel mehr zu entdecken, und ich hoffe das ich eines Tages zurückkehren kann.

4. Sie haben schon Mal über Thailand Geschrieben (in ‚Das Orchideenhaus’). Wie war es dort zurückzukehren in ‚Die Perlenschwester’?
Thailand ist einer meiner Lieblingsorte auf der Welt, und ich gehe jedes Jahr dorthin mit meiner Familie. Unser Lieblingsstrand ist Phranang, und als ich eines Morgens am Strand entlanglief kam die Figur von Ace zu mir, und der Grund für warum er sich dort versteckt. Viele Menschen kommen zu dieser magischen Halbinsel um sich selbst ‚zu finden’, und es schien richtig, dass CeCe hier ihre Reise Anfangen würde, damit sie die Kraft finden kann um weiter nach Australien zu reisen. Ich schrieb die ganze Erste Vorlage von ‚Die Perlenschwester’ in Thailand, mit nur einem einbeinigen Mynah-Vogel für Gesellschaft.

5. Die historische Recherche für dieses Buch muss enorm gewesen sein. Wie haben Sie damit angefangen?
Die Recherche war wie das Land Australien selbst – riesig! Ich fange immer damit an, alles zu lesen, was ich in die Hände bekomme, und während ich in Australien war, habe ich eine Reihe von vergriffenen historischen Bücher gefunden, die mir die Einzelheiten über die Perlen-Industrie in Broome lieferten. Leider ist die Geschichte der Aborigines größtenteils von weißen Männern dokumentiert, und zwar eher aus ihrer subjektiven Sicht als aus der Sicht der Aborigines. Ihre Kultur wurde immer mündlich an die nächste Generation weitergegeben. Zum Glück konnte ich mehrere Online-Ressourcen finden, wie zum Beispiel eine Community-Website des Yawuru Stamm (über dem ich in Broome schreibe), die ein Wörterbuch ihrer Sprache, Information über ihre Traditionen und ihre Dreamtime Geschichten enthielt.

Der Untergang der Koombana war eine der größten maritimen Katastrophen in Australiens Geschichte. Ich entdeckte dann, dass, wenn die Koombana oder Broome in historischen Texten erwähnt werden, die ‚Roseate Pearl’ ein Gastauftritt macht. Die Gerüchte über ihren Fluch wurden in ‚Forty Fathoms Deep’ beschrieben, ein Buch von 1937 über Perlentaucher in Broome. Die Legende besagt, dass die Roseate Pearl von einem weißen Perlenfischermeister gefunden wurde, aber von einem Taucher gestohlen wurde. Zwei chinesische Diebe stahlen dann die Perle und es wurde an einen Mann verkauft, der dann an einem Herzinfarkt starb. Der nächste Besitzer beging Selbstmord, als er ihm gestohlen wurde, und in 1905 wurde ein Perlenhändler wurde um die Perle ermordet. Alle Quellen stimmen darin überein, dass Abraham De Vohl Davis, ein ehemaliger Perlentaucher, es für 20.000 Australische Pfund gekauft hat, bevor er die Koombana bestieg. Und das ist das letzte, was wir davon gehört haben. Es sei denn, es war doch nicht auf dem Schiff…

6. Was hat Sie am meisten überrascht, als Sie Australien besuchten?
Einer meiner wichtigsten Ausgangstexte für die Mythen der Plejaden war Munya Andrews ” Die sieben Schwestern der Plejaden ‘. Andrews selbst stammt aus der Kimberley-Region in Westaustralien, daher war es erstaunlich, den Geburtsort dieser Geschichten zu sehen, die seit Tausenden von Jahren mündlich weitergegeben wurden. Obwohl ich wusste, wie wichtig Die Sieben Schwestern in der Kultur der Aborigines sind, hatte ich nicht damit gerechnet, sie im Alltag so tief verwurzelt zu sehen. Als ich durch Alice Springs ging, sah ich überall Hommagen an die Schwestern. Es fühlte sich wie eine Heimkehr für mich an, und wie CeCe verliebte ich mich total in das ‚Never Never’.

7. Chrissie erklärt CeCe die Traditionen und Kultur der Aborigines. Wie war es für Sie, die schwierigen Probleme von Rassismus und Kolonialismus in Australien anzusprechen?
Ich habe mir nie vorgenommen politische oder soziale Erklärungen zu schreiben – es sind die Charaktere, die mir ihre Geschichten und Erfahrungen erzählen, und ich schreibe sie einfach auf. Australien ist ein Land der Widersprüche – es ist noch jung und ist dabei, sich selbst zu entdecken, genauso wie CeCe. Während meiner Recherche las ich viele historische Berichte darüber, wie das Leben in Australien von der Kolonisation von 1788 bis heute war, und ich habe auch über das 50.000 Jahre alte Erbe der Aborigines und der Bewohner der Torres Strait Inseln gelesen. Camira und Alkinas Charaktere basieren auf diesen Berichten, während Aspekte von Kittys Leben aus den bemerkenswerten Geschichten der Pionierinnen des Outbacks stammen, die von ihren Ehemännern nach Australien gebracht wurden und ein Leben in einer rauen und brutalen Landschaft aufbauen mussten. .. Ich bewundere jeden Einzelnen von denen, die ihre Chance auf ein besseres Leben nutzten und ein Boot nach Australien bestiegen. Es erforderte enorm viel Mut, die andere Seite der Welt zu überqueren und ins Unbekannte zu gehen.

8. Einer Ihrer ‘echten’ Charaktere in ‚Die Perlenschwester ist der Aborigine-Maler Albert Namatjira. Was hat Sie dazu gebracht, über ihn und seine Heimat, die Hermannsburger Mission, zu schreiben?
Ich wusste, dass Albert Namatjira Australiens berühmtester Aborigine-Künstler war, aber als ich zum ersten Mal eine seiner Aquarelle sah, war ich fasziniert. Sein Stil ist völlig anders als die lebendigen Punktbilder, die ein Laie wie ich von einem Aborigine Künstler erwarten würde. Ich erfuhr mehr über seine Beziehung mit Rex Battarbee, seinen Mentor, und darüber, wie Alberts Kunstwerks Kritiker verwirrten und verblüfften. Sie konnten nicht verstehen, wie ein Aborigine Künstler so “westlich” malen konnte. Es sind wirklich wunderschöne Landschaften, äußerlich gemalt im impressionistischen Stil, den Rex Battarbee ihm beigebracht hat, aber innerhalb der Bäume und Berge und am Himmel sind endlose verborgene Formen, die zur spirituellen Seite der Aborigine-Kultur deuten.

Ich bin durch das ‚Never Never’ gefahren, um die Hermannsburger Mission für mich selbst zu sehen. Heute ist es eine geschützte historische Stätte, die von den Aborigines-Ältesten bewirtschaftet wird. Sie ist ihrem Vermächtnis der Integration und den Bemühungen von Pastor Albrecht treu geblieben, und man kann dort mehr über die Arrernte Aborigines und Alberts Leben lernen.

9. Sie haben bereits erwähnt, dass in den Büchern ein unsichtbarer Handlungsfaden gesponnen ist. Können Sie uns einen Hinweis geben, was sich in ‚Die Perlenschwester’ verbirgt? Worauf sollten wir in zukünftigen Büchern in der Reihe achten?
Es gibt versteckte Hinweise in allen der Büchern, und jeden Tag erhalte ich Fragen und Theorien von meinen LeserInnen über #whoispasalt und wo die ‚fehlende’ siebte Schwester ist. Ich kann keinen von ihnen bestätigen oder bestreiten! Die übergreifende Handlung ist in einer gut versteckten Datei detailliert aufgeschrieben. Nur 6 Menschen auf der Erde kennen das Ende. Ich musste es für das Produktionsteam der TV-Serie von ‚Den Sieben Schwestern’ aufschreiben.

10. Ja, während Sie ‚Die Perlenschwester’ geschrieben haben, haben Sie einen Deal mit einer Hollywood-Produktionsfirma für eine TV-Adaption der Sieben Schwestern Reihe abgeschlossen.
Die Serie wurde von der Produktionsfirma von Raffaella di Laurentiis optioniert, und das Projekt befindet sich noch in einem frühen Stadium. Die Produktionsfirma ist sehr mutig – sie haben ihre Arbeit für sie ausgeschnitten, da die Geschichte so viele Orte und Zeiträume umfasst, aber ich vertraue darauf, dass sie die Reise der Schwestern vollständig auf den Bildschirm übertragen können.

11. Die Beziehung zwischen CeCe und Chrissie ist sehr zart und komplex. Können Sie uns mehr über CeCes Reise erzählen, um herauszufinden, wer sie ist?
Als CeCe ihre Reise nach Australien antritt, ist es das erste Mal in ihrem Leben, dass sie ohne Star ist. Es war faszinierend, die Entwicklung ihrer Beziehungen zu Ace und Chrissie zu schreiben. Sie sind sehr unterschiedliche Menschen, die aber jeweils etwas anderes in CeCe hervorbringen. Während Ace CeCe Selbstvertrauen und Freundschaft schenkt, hilft Chrissie CeCe herauszufinden, wer sie ist, was ihre Wurzeln sind und was ein “Zuhause” wirklich bedeutet. Im gesamten Buch kämpft CeCe mit ihrer Identität, wie wir es alle auf unterschiedliche Weise an verschiedenen Punkten in unserem Leben tun. CeCe ist ein ‚Work in Progress’ und bis zum Ende von ‚Die Perlenschwester’ ist sie immer noch unsicher über ihre Sexualität, aber zumindest hat sie ihre Reise der Selbstverwirklichung begonnen, ihr Talent und ihre Leidenschaft für Kunst wieder entdeckt, und ihr inneres Vertrauen gewonnen, das ihr so fehlte.

12. Können Sie uns ein bisschen über das fünfte Buch in der Reihe, Tiggys Geschichte, erzählen?
Tiggy ist die spirituellste ihrer Schwestern – sie nennt sich selbst eine ‚Schneeflocke’ und weis das ihre Schwestern ihre Glauben und ihre Prophezeiungen als seltsam und beunruhigend empfinden. Tiggy fragt sich öfters ob ihre Begabung ein Geschenk oder ein Fluch ist, da es sie ständig in Schwierigkeiten bringt. In ‚Die Mondschwester’ reisen wir mit ihr in die majestätischen schottischen Highlands zu einem wilden und verschneiten Highland-Anwesen, wo sie die exzentrischen Einheimischen befreundet. Tiggys Reise, um ihre Vergangenheit zu entdecken, wird sie auch zur Hitze von Granada in Spanien bringen, wo der prächtige Alhambra Palast die Sieben heiligen Höhlen von Sacromonte überragt, während sie mit dem Beat der Flamenco-Musik erklingen….